VVT Vorlage — Verarbeitungsverzeichnis nach Art. 30 DSGVO

Pflichtangaben, Muster und Anleitung für Ihr Verarbeitungsverzeichnis. Kostenloser Leitfaden für Arztpraxen, KMU und Datenschutzbeauftragte.

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Was ist ein Verarbeitungsverzeichnis (VVT)?

Das Verarbeitungsverzeichnis (VVT) nach Art. 30 DSGVO ist das zentrale Datenschutz-Dokument jeder Organisation. Es dokumentiert alle Verarbeitungstätigkeiten, bei denen personenbezogene Daten verarbeitet werden — von der Lohnabrechnung über den Newsletter bis zur Videoüberwachung.

Die Datenschutz-Aufsichtsbehörden fordern das VVT regelmäßig als erstes Dokument bei Prüfungen an. Ein fehlendes oder unvollständiges VVT ist ein häufiger Beanstandungspunkt bei Datenschutzprüfungen.

VVT, Verarbeitungsverzeichnis, VVT-Muster — wie heißt das nun?

Der Gesetzestext spricht vom Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten (Art. 30 DSGVO). Im Alltag heißt es VVT, Verarbeitungsverzeichnis oder Verfahrensverzeichnis — der letzte Begriff stammt noch aus dem alten BDSG, meint aber dieselbe Sache.

Und ob Sie nach einer VVT Vorlage, einem VVT Muster, einem VVT Beispiel oder nach Verarbeitungsverzeichnis Vorlage suchen: gemeint ist stets ein Dokument zum Ausfüllen. Genau das liegt auf dieser Seite — mit ausgefüllten Beispielzeilen, damit man sieht, wie ein Eintrag aussieht.

Pflichtangaben im VVT

Art. 30 Abs. 1 DSGVO schreibt folgende Mindestangaben vor:

#PflichtangabeBeispiel
1Name und Kontaktdaten des VerantwortlichenMusterpraxis Dr. Müller GmbH
2Ggf. gemeinsam VerantwortlicherLaborgemeinschaft XY
3DatenschutzbeauftragterDavid Stegmann, dsb@firma.de
4Zwecke der VerarbeitungPatientenbehandlung, Abrechnung
5Kategorien betroffener PersonenPatienten, Mitarbeiter, Lieferanten
6Kategorien personenbezogener DatenKontaktdaten, Gesundheitsdaten, Bankdaten
7EmpfängerKrankenkasse, Steuerberater, IT-Dienstleister
8DrittlandtransfersGoogle Analytics (USA, DPF)
9Löschfristen10 Jahre nach Behandlungsende
10TOM-BeschreibungVerschlüsselung, Zugriffskontrolle, Backups

Typische VVT-Einträge

Diese Verarbeitungstätigkeiten sollten in fast jedem VVT dokumentiert sein:

Arztpraxen benötigen zusätzlich: Patientenbehandlung, ePA, Laboraufträge, QM-Dokumentation.

VVT nach Branche — was zusätzlich hineingehört

Die sieben Einträge oben hat fast jedes Unternehmen. Je nach Branche kommen Verarbeitungen hinzu, die besondere Kategorien personenbezogener Daten nach Art. 9 DSGVO betreffen — dort ist die Dokumentation besonders wichtig:

BrancheZusätzliche Verarbeitungstätigkeiten
Arztpraxis / MVZPatientenbehandlung, elektronische Patientenakte (ePA), Laboraufträge, Abrechnung über die KV, Terminverwaltung, QM-Dokumentation, Röntgen- und Gerätebuch
ZahnarztpraxisBehandlungsdokumentation, Heil- und Kostenpläne, Dentallabor-Aufträge, Abrechnung über die KZV, Röntgendokumentation
PflegedienstPflegedokumentation, Tourenplanung mit Adressdaten, Abrechnung mit Pflege- und Krankenkassen, Medikamentengabe, Angehörigenkontakte, Dienstpläne mit Qualifikationsnachweisen
ApothekeRezeptabwicklung, Kundenkarten, Medikationsanalyse, Botendienst mit Lieferadressen, Betäubungsmitteldokumentation
Psychotherapeutische PraxisBehandlungsdokumentation, Antragsverfahren mit Gutachtern, Berichte an Krankenkassen
IT-DienstleisterFernwartung bei Kunden, Ticketsystem, Backup-Verwaltung, Auftragsverarbeitung für Dritte

Ein Pflegedienst braucht in der Praxis besondere Aufmerksamkeit bei der Tourenplanung: dort stehen Name, Adresse, Pflegegrad und oft die Diagnose in einem Dokument, das mehrere Beschäftigte im Auto mitführen. Das gehört als eigener Eintrag ins VVT — mit den technischen und organisatorischen Maßnahmen, die dazu getroffen wurden.

VVT erstellen — in fünf Schritten

Wer ein Verarbeitungsverzeichnis zum ersten Mal erstellt, kommt mit dieser Reihenfolge am schnellsten zu einem vollständigen Ergebnis:

  1. Abteilungen durchgehen — nicht Programme, sondern Aufgaben: Wer verarbeitet bei Ihnen Daten von Menschen? Personal, Buchhaltung, Empfang, Fachbereich.
  2. Je Aufgabe eine Zeile anlegen — Zweck, Rechtsgrundlage, betroffene Personen, Datenkategorien, Empfänger, Löschfrist.
  3. Dienstleister zuordnen — jeder externe Empfänger braucht einen Auftragsverarbeitungsvertrag. Fehlt einer, fällt es genau hier auf.
  4. Löschfristen eintragen — der Punkt, an dem die meisten Verzeichnisse unvollständig bleiben. Ohne Frist ist der Eintrag nicht prüfbar.
  5. Technische und organisatorische Maßnahmen ergänzen — Art. 32 DSGVO, je Verarbeitung. Eine allgemeine Liste am Ende genügt der Aufsicht selten.

Rechnen Sie für ein erstes vollständiges VVT mit einem halben bis einem ganzen Arbeitstag. Der zweite Durchgang im Folgejahr dauert dann meist unter einer Stunde — vorausgesetzt, das Verzeichnis ist so abgelegt, dass man es fortschreiben kann.

VVT mit Excel vs. VVT-Software

KriteriumExcelCustodio
EinstiegKostenlosAb 49 €/Monat
VorlagenManuell erstellen25 Branchen-Presets vorbefüllt
FristenManuell überwachenAutomatische Erinnerungen
VersionierungDateiname_v3_final_NEU.xlsxAutomatisch mit Audit-Log
ExportPDF manuellPDF, CSV, Behördenformat
VerknüpfungIsoliertVerknüpft mit AVV, TOM, DSFA
ZusammenarbeitE-Mail-VersandMulti-User, Aufgaben, Kommentare

VVT professionell erstellen und verwalten

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Brauche ich eine VVT-Software — oder genügt die Vorlage?

Die ehrliche Antwort: bei wenigen Verarbeitungen genügt eine Tabelle, wenn sie wirklich gepflegt wird. Eine Praxis mit einem Standort, einer Praxissoftware und einer Handvoll Dienstleistern kommt mit der Vorlage von dieser Seite aus.

Der Aufwand entsteht nicht beim Anlegen, sondern beim Nachhalten: eine neue Verarbeitung kommt dazu, ein Dienstleister wird gewechselt, eine Löschfrist läuft ab, und ein Jahr später weiß niemand mehr, welche der fünf Dateiversionen die aktuelle ist. Genau an dieser Stelle fängt eine VVT-Software an, sich zu lohnen — und nicht früher.

Konkret lohnt ein VVT-Tool dann, wenn mindestens eines davon zutrifft:

Trifft nichts davon zu, nehmen Sie die Vorlage und sparen Sie sich das Abonnement. Das ist keine Bescheidenheit, sondern gemeint: eine gepflegte Tabelle ist mehr wert als eine ungepflegte Software.

Häufige Fragen zum VVT

Was ist ein Verarbeitungsverzeichnis (VVT)?

Das VVT nach Art. 30 DSGVO dokumentiert alle Verarbeitungstätigkeiten einer Organisation, bei denen personenbezogene Daten verarbeitet werden. Es ist Pflicht für jeden Verantwortlichen und Auftragsverarbeiter.

Welche Pflichtangaben muss ein VVT enthalten?

Name und Kontaktdaten des Verantwortlichen, Zwecke der Verarbeitung, Kategorien betroffener Personen und Daten, Empfänger, Drittlandtransfers, Löschfristen und technisch-organisatorische Maßnahmen (TOM).

Wer braucht ein Verarbeitungsverzeichnis?

Grundsätzlich jede Organisation, die personenbezogene Daten verarbeitet. Die Ausnahme für Unternehmen unter 250 Mitarbeitern greift nur, wenn die Verarbeitung nicht regelmäßig erfolgt — in der Praxis braucht fast jedes Unternehmen ein VVT.

Kann ich ein VVT mit Excel erstellen?

Ja. Für mehr als 5-10 Einträge wird Excel jedoch schnell unübersichtlich. Spezialisierte Tools wie Custodio bieten Vorlagen, automatische Fristen, Versionierung und Exportfunktionen.

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