AVV Vorlage — Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO

Pflichtinhalte, Muster und Praxisbeispiele für Ihren Auftragsverarbeitungsvertrag. Kostenloser Leitfaden für Cloud-Dienste, SaaS, IT-Dienstleister und KMU.

Was ist ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV)?

Der Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) nach Art. 28 DSGVO ist die vertragliche Grundlage, wenn ein externer Dienstleister personenbezogene Daten in Ihrem Auftrag verarbeitet. Er regelt die Rechte und Pflichten beider Parteien — des Verantwortlichen (Auftraggeber) und des Auftragsverarbeiters (Dienstleister).

Ohne gültigen AVV liegt ein Datenschutzverstoß vor, der mit Bußgeldern von bis zu 10 Millionen Euro oder 2 % des Jahresumsatzes geahndet werden kann. Die Aufsichtsbehörden prüfen das Vorhandensein und die Qualität von AVVs regelmäßig — besonders bei Cloud- und SaaS-Diensten.

Pflichtinhalte nach Art. 28 Abs. 3 DSGVO

Art. 28 Abs. 3 DSGVO schreibt folgende Mindestinhalte für jeden AVV vor:

#PflichtinhaltErläuterung
1Gegenstand und Dauer der VerarbeitungWas wird verarbeitet, wie lange läuft der Vertrag?
2Art und Zweck der Verarbeitungz. B. Hosting, E-Mail-Versand, Lohnabrechnung
3Art der personenbezogenen DatenKontaktdaten, Gesundheitsdaten, Zahlungsdaten
4Kategorien betroffener PersonenKunden, Patienten, Mitarbeiter, Websitebesucher
5WeisungsbindungVerarbeitung nur auf dokumentierte Weisung
6VertraulichkeitspflichtAlle Mitarbeiter des Dienstleisters sind verpflichtet
7Technisch-organisatorische Maßnahmen (TOM)Verschlüsselung, Zugriffskontrolle, Backup-Konzept
8UnterauftragsverarbeiterGenehmigungspflicht, Liste der Sub-Dienstleister
9Unterstützung bei BetroffenenrechtenAuskunft, Löschung, Datenübertragbarkeit
10Löschung und Rückgabe nach VertragsendeDaten löschen oder zurückgeben, Nachweis erbringen
11Nachweispflichten und AuditsAuftraggeber darf Kontrollen durchführen

Wann braucht man einen AVV?

Ein AVV ist immer dann erforderlich, wenn ein externer Dienstleister in Ihrem Auftrag personenbezogene Daten verarbeitet. Entscheidend ist: Sie bestimmen den Zweck und die Mittel der Verarbeitung, der Dienstleister führt nur aus.

Keine Auftragsverarbeitung liegt vor bei eigenverantwortlicher Tätigkeit — etwa wenn ein Steuerberater seine eigene fachliche Leistung erbringt oder ein Rechtsanwalt eigenständig berät. In diesen Fällen genügt eine Vereinbarung zur gemeinsamen Verantwortlichkeit (Art. 26 DSGVO) oder eine einfache Vertraulichkeitsvereinbarung.

Typische AVV-Situationen

In diesen Faellen sollte in der Regel geprueft werden, ob ein Auftragsverarbeitungsvertrag erforderlich ist:

Besonders Arztpraxen und Gesundheitseinrichtungen müssen aufgrund der Verarbeitung von Gesundheitsdaten (Art. 9 DSGVO) besonders sorgfältige AVVs abschließen.

AVV mit Word vs. AVV-Software

KriteriumWord / PDFCustodio
EinstiegKostenlosAb 49 €/Monat
VorlagenGenerische Muster, manuell anpassenBranchenspezifische AVV-Bausteine
TOM-AnlageManuell formulierenTOM-Katalog mit Auswahlfeldern
UnterauftragnehmerStatische Liste im AnhangDynamische Liste mit Änderungshistorie
VersionierungAVV_Hoster_v2_final_korr.docxAutomatisch mit Audit-Trail
FristüberwachungKalender-Eintrag manuellAutomatische Erinnerungen
Verknüpfung zum VVTNicht vorhandenAVV automatisch mit VVT-Einträgen verknüpft
UnterschriftDrucken, scannen, ablegenDigitale Signatur, zentrale Ablage

AVV professionell erstellen und verwalten

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Häufige Fragen zum AVV

Was ist ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV)?

Ein AVV nach Art. 28 DSGVO regelt die Verarbeitung personenbezogener Daten durch einen Dienstleister im Auftrag des Verantwortlichen. Er ist Pflicht, sobald ein externer Dienstleister Zugriff auf personenbezogene Daten erhält — etwa beim Cloud-Hosting, IT-Support oder E-Mail-Marketing.

Welche Pflichtinhalte muss ein AVV haben?

Ein AVV muss enthalten: Gegenstand und Dauer der Verarbeitung, Art und Zweck, Datenkategorien, Kategorien betroffener Personen, Weisungsbindung, Vertraulichkeitspflicht, TOM, Regelungen zu Unterauftragsverarbeitern, Unterstützung bei Betroffenenrechten, Löschpflichten und Nachweispflichten.

Wann brauche ich einen AVV?

Immer wenn ein externer Dienstleister in Ihrem Auftrag personenbezogene Daten verarbeitet — z. B. Cloud-Anbieter, IT-Support mit Fernzugriff, Lohnbüro, Newsletter-Dienst, Hosting-Provider oder SaaS-Anwendungen. Bei eigenverantwortlicher Tätigkeit (z. B. Steuerberater) ist kein AVV nötig.

Kann ich eine AVV Vorlage aus dem Internet verwenden?

Kostenlose AVV Vorlagen sind ein guter Startpunkt, müssen aber individuell angepasst werden. Jeder AVV muss die konkreten Verarbeitungen, Datenkategorien und TOM des jeweiligen Dienstleisters abbilden. Tools wie Custodio unterstuetzt die Erstellung von AVVs mit strukturierten Bausteinen und Vorlagen.

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