AVV Vorlage — Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO

Pflichtinhalte, Muster und Praxisbeispiele für Ihren Auftragsverarbeitungsvertrag. Kostenloser Leitfaden für Cloud-Dienste, SaaS, IT-Dienstleister und KMU.

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Auftragsverarbeitungsvertrag mit allen Pflichtklauseln nach Art. 28 Abs. 3 lit. a–h DSGVO, TOM-Anlage nach Art. 32 und Unterauftragsverarbeiter-Anlage — inkl. §-203-StGB-Hinweis für Berufsgeheimnisträger.

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Was ist ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV)?

Der Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) nach Art. 28 DSGVO ist die vertragliche Grundlage, wenn ein externer Dienstleister personenbezogene Daten in Ihrem Auftrag verarbeitet. Er regelt die Rechte und Pflichten beider Parteien — des Verantwortlichen (Auftraggeber) und des Auftragsverarbeiters (Dienstleister).

Ohne gültigen AVV liegt ein Datenschutzverstoß vor, der mit Bußgeldern von bis zu 10 Millionen Euro oder 2 % des Jahresumsatzes geahndet werden kann. Die Aufsichtsbehörden prüfen das Vorhandensein und die Qualität von AVVs regelmäßig — besonders bei Cloud- und SaaS-Diensten.

Pflichtinhalte nach Art. 28 Abs. 3 DSGVO

Art. 28 Abs. 3 DSGVO schreibt folgende Mindestinhalte für jeden AVV vor:

#PflichtinhaltErläuterung
1Gegenstand und Dauer der VerarbeitungWas wird verarbeitet, wie lange läuft der Vertrag?
2Art und Zweck der Verarbeitungz. B. Hosting, E-Mail-Versand, Lohnabrechnung
3Art der personenbezogenen DatenKontaktdaten, Gesundheitsdaten, Zahlungsdaten
4Kategorien betroffener PersonenKunden, Patienten, Mitarbeiter, Websitebesucher
5WeisungsbindungVerarbeitung nur auf dokumentierte Weisung
6VertraulichkeitspflichtAlle Mitarbeiter des Dienstleisters sind verpflichtet
7Technisch-organisatorische Maßnahmen (TOM)Verschlüsselung, Zugriffskontrolle, Backup-Konzept
8UnterauftragsverarbeiterGenehmigungspflicht, Liste der Sub-Dienstleister
9Unterstützung bei BetroffenenrechtenAuskunft, Löschung, Datenübertragbarkeit
10Löschung und Rückgabe nach VertragsendeDaten löschen oder zurückgeben, Nachweis erbringen
11Nachweispflichten und AuditsAuftraggeber darf Kontrollen durchführen

Wann braucht man einen AVV?

Ein AVV ist immer dann erforderlich, wenn ein externer Dienstleister in Ihrem Auftrag personenbezogene Daten verarbeitet. Entscheidend ist: Sie bestimmen den Zweck und die Mittel der Verarbeitung, der Dienstleister führt nur aus.

Keine Auftragsverarbeitung liegt vor bei eigenverantwortlicher Tätigkeit — etwa wenn ein Steuerberater seine eigene fachliche Leistung erbringt oder ein Rechtsanwalt eigenständig berät. In diesen Fällen genügt eine Vereinbarung zur gemeinsamen Verantwortlichkeit (Art. 26 DSGVO) oder eine einfache Vertraulichkeitsvereinbarung.

Typische AVV-Situationen

In diesen Fällen sollte in der Regel geprüft werden, ob ein Auftragsverarbeitungsvertrag erforderlich ist:

Besonders Arztpraxen und Gesundheitseinrichtungen müssen aufgrund der Verarbeitung von Gesundheitsdaten (Art. 9 DSGVO) besonders sorgfältige AVVs abschließen.

AVV erstellen — in vier Schritten

  1. Dienstleister zusammentragen. Jeder, der in Ihrem Auftrag personenbezogene Daten verarbeitet, braucht einen Auftragsverarbeitungsvertrag — Praxissoftware, Abrechnung, IT-Betreuung, Aktenvernichtung, Terminerinnerung, Website-Betreuung, Cloud-Speicher.
  2. Beim Anbieter nachsehen. Größere Anbieter halten einen fertigen AVV bereit (siehe den Abschnitt weiter unten). Den nehmen Sie, statt einen eigenen zu schreiben — er ist auf deren Verarbeitung zugeschnitten.
  3. Gegen die Pflichtinhalte prüfen. Art. 28 Abs. 3 DSGVO zählt auf, was drinstehen muss. Die Liste steht weiter oben auf dieser Seite; hangeln Sie sich daran entlang, statt den Vertrag von vorn bis hinten zu lesen.
  4. Unterschreiben und ablegen. Textform genügt. Wichtig ist die Laufzeitüberwachung: ein AVV, der ausgelaufen ist, hilft im Ernstfall nicht, und niemand wird von selbst daran erinnert.

Wo kein fertiger Vertrag vorliegt, nehmen Sie das Auftragsverarbeitungsvertrag Muster von dieser Seite als Ausgangspunkt.

AVV, ADV oder AV-Vertrag — ist das dasselbe?

Ja. Für denselben Vertrag sind mehrere Bezeichnungen im Umlauf, und ältere Muster tragen noch die alten:

BezeichnungHerkunftHeute
AVV — AuftragsverarbeitungsvertragDSGVO, seit 25.05.2018die aktuelle Bezeichnung
ADV — Auftragsdatenverarbeitungaltes BDSG, § 11 BDSG a. F.veraltet; ein ADV-Vertrag aus der Zeit vor 2018 erfüllt Art. 28 DSGVO in der Regel nicht
AV-Vertrag / AuftragsverarbeitungsvereinbarungKurzformgleichbedeutend mit AVV
DPA — Data Processing Agreementenglischsprachige Anbietergleichbedeutend mit AVV

Wenn Sie einen ADV-Vertrag aus der Zeit vor Mai 2018 in der Ablage finden: der ersetzt keinen AVV. Die Pflichtinhalte nach Art. 28 Abs. 3 DSGVO sind umfangreicher als das, was § 11 BDSG alter Fassung verlangte — insbesondere bei Unterauftragnehmern, Löschung nach Vertragsende und den Unterstützungspflichten gegenüber dem Verantwortlichen.

Ebenso austauschbar sind die Bezeichnungen für das Dokument selbst: ob Sie nach einem AVV Muster, einer Auftragsverarbeitungsvertrag Vorlage, einem Auftragsverarbeitungsvertrag Muster oder — bei englischsprachigen Anbietern — nach einem AVV template suchen: gemeint ist immer dasselbe, ein Vertrag zum Ausfüllen nach Art. 28 DSGVO. Für Deutschland maßgeblich ist die deutsche Fassung der DSGVO; eine gesonderte nationale Regelung zum Vertragsinhalt gibt es nicht.

AVV mit bekannten Anbietern — erst dort nachsehen

Bei großen Anbietern müssen Sie den Vertrag meist nicht selbst aufsetzen: viele stellen einen fertigen AVV bereit, den Sie im Kundenkonto abrufen oder elektronisch annehmen. Typische Beispiele aus der Praxis:

Der Weg ist fast immer derselbe: im Kundenkonto nach „Auftragsverarbeitung", „AVV", „DPA" oder „Datenschutz" suchen. Nur wenn dort nichts hinterlegt ist — oder bei kleineren Dienstleistern, etwa dem örtlichen IT-Betreuer, dem Aktenvernichter oder dem Telefonservice — setzen Sie den Vertrag selbst auf. Dafür ist die Vorlage oben gedacht.

Prüfen Sie einen fremden AVV trotzdem auf drei Punkte: Werden Unterauftragnehmer benannt und dürfen Sie widersprechen? Was geschieht mit den Daten nach Vertragsende — Löschung oder Rückgabe? Wo werden die Daten verarbeitet, und gibt es eine Grundlage für eine Übermittlung außerhalb der EU?

AVV mit Word vs. AVV-Software

KriteriumWord / PDFCustodio
EinstiegKostenlosAb 49 €/Monat
VorlagenGenerische Muster, manuell anpassenBranchenspezifische AVV-Bausteine
TOM-AnlageManuell formulierenTOM-Katalog mit Auswahlfeldern
UnterauftragnehmerStatische Liste im AnhangDynamische Liste mit Änderungshistorie
VersionierungAVV_Hoster_v2_final_korr.docxAutomatisch mit Audit-Trail
FristüberwachungKalender-Eintrag manuellAutomatische Erinnerungen
Verknüpfung zum VVTNicht vorhandenAVV automatisch mit VVT-Einträgen verknüpft
UnterschriftDrucken, scannen, ablegenDigitale Signatur, zentrale Ablage

AVV professionell erstellen und verwalten

Mit Custodio erstellen Sie Auftragsverarbeitungsverträge in Minuten — mit branchenspezifischen Bausteinen, TOM-Katalog, Unterauftragnehmer-Verwaltung und automatischer VVT-Verknüpfung.

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Brauche ich einen AVV-Generator?

Ein AVV-Generator baut aus Ihren Antworten einen fertigen Vertragstext. Das spart das Schreiben — nicht die Prüfung. Und in den meisten Fällen brauchen Sie ihn gar nicht:

Ein Generator nimmt Ihnen die Entscheidung nicht ab, ob ein Dienstleister Auftragsverarbeiter ist. Das ist die eigentliche Frage, und sie ist juristisch: Wer nach Ihren Weisungen verarbeitet, ist Auftragsverarbeiter; wer über Zwecke und Mittel selbst entscheidet, ist es nicht — dann brauchen Sie keinen AVV, sondern eine andere Rechtsgrundlage.

Was ein Werkzeug dafür wirklich leistet, ist das Nachhalten: welcher Vertrag mit welchem Dienstleister läuft, bis wann, mit welchen Unterauftragnehmern — und eine Erinnerung, bevor er abläuft.

Häufige Fragen zum AVV

Was ist ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV)?

Ein AVV nach Art. 28 DSGVO regelt die Verarbeitung personenbezogener Daten durch einen Dienstleister im Auftrag des Verantwortlichen. Er ist Pflicht, sobald ein externer Dienstleister Zugriff auf personenbezogene Daten erhält — etwa beim Cloud-Hosting, IT-Support oder E-Mail-Marketing.

Welche Pflichtinhalte muss ein AVV haben?

Ein AVV muss enthalten: Gegenstand und Dauer der Verarbeitung, Art und Zweck, Datenkategorien, Kategorien betroffener Personen, Weisungsbindung, Vertraulichkeitspflicht, TOM, Regelungen zu Unterauftragsverarbeitern, Unterstützung bei Betroffenenrechten, Löschpflichten und Nachweispflichten.

Wann brauche ich einen AVV?

Immer wenn ein externer Dienstleister in Ihrem Auftrag personenbezogene Daten verarbeitet — z. B. Cloud-Anbieter, IT-Support mit Fernzugriff, Lohnbüro, Newsletter-Dienst, Hosting-Provider oder SaaS-Anwendungen. Bei eigenverantwortlicher Tätigkeit (z. B. Steuerberater) ist kein AVV nötig.

Kann ich eine AVV Vorlage aus dem Internet verwenden?

Kostenlose AVV Vorlagen sind ein guter Startpunkt, müssen aber individuell angepasst werden. Jeder AVV muss die konkreten Verarbeitungen, Datenkategorien und TOM des jeweiligen Dienstleisters abbilden. Tools wie Custodio unterstützen die Erstellung von AVVs mit strukturierten Bausteinen und Vorlagen.

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